Aktuelle Infos zur Energiemarktlage

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Das solltest Du wissen


Die Lage am Energiemarkt ist immer noch extrem angespannt. Eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden. In den letzten Wochen kam es immer wieder zu erheblichen Reduzierungen der Gasimportmengen aus Russland nach Deutschland. Seit dem 23.06.2022 gilt die Alarmstufe des Notfallplans Gas. Das ist die zweite von drei im Notfallplan der Bundesregierung vorgesehenen Eskalationsstufen. Die Gasversorgung in Deutschland ist derzeit stabil. Unternehmen und private Verbraucher müssen sich jedoch auf nochmals deutlich steigende Gaspreise einstellen.

Um die Gaswirtschaft zu stabilisieren und die Versorgungssicherheit in Deutschland weiterhin zu gewährleisten, hat die Bundesregierung zum 1. Oktober 2022 zwei neue Umlagen eingeführt:  die Gasbeschaffungs- und die Gasspeicherumlage. Wir haben hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Gasmarkt und zu den neuen Umlagen für Sie zusammengestellt, um Sie zu informieren und Zusammenhänge zu erklären.

Fragen & Antworten


Woher kommt das Erdgas, mit dem wir versorgt werden?

energiehoch3 versorgt seine Kunden über den jeweiligen Netzbetreiber mit einem Gasgemisch aus verschiedenen Herkunftsländern, mit einem Schwerpunkt aus norwegischen und niederländischen Quellen.

Ist die Gasversorgung weiterhin gesichert?

Derzeit ist die Versorgung mit Erdgas gesichert. Die Situation kann sich aufgrund der Russland-Krise im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine aber verschlechtern.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hatte nach der Forderung Russlands, Energielieferungen in Rubel zu bezahlen, am 30. März die erste Stufe (Frühwarnstufe) des Notfallplans Gas ausgerufen.

Die zweite Stufe (Alarmstufe) wurde am 23. Juni 2022 aktiviert. Die Ausrufung der Alarmstufe begründete Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck unter anderem mit der Verringerung der Gaslieferungen aus Russland durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. Seit der Drosselung des Gasdurchflusses ist der Gasmarkt noch angespannter. Eine weitere Belastung ist absehbar.

Die Gasversorgung in Deinem Ort ist eingebunden im deutschen und europäischen Fernleitungsnetz. Somit ist die Gasversorgung bei Dir abhängig von der Sicherheit der Gasversorgung in Deutschland. Diese fußt im Wesentlichen auf Importen aus Norwegen und Russland. Russland liefert derzeit noch 30 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases. Insgesamt kann Europa auf einen breiten Liefermix aus verschiedenen Richtungen bauen.

Weitere Informationen dazu findest Du beim Bundeswirtschaftsministerium und auf der Seite der Bundesnetzagentur.


Ist die Stromversorgung gesichert?

Die deutsche Energieversorgung zählt zu den sichersten weltweit. Engpässe in der deutschen Stromerzeugung gibt es momentan nicht. Die Kraftwerke produzieren plan- und bedarfsgerecht.

Die Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen kontinuierlich sehr hohe regulatorische Sicherheitsanforderungen umsetzen und nachweisen (u.a. für Energieversorgungsnetze und für Energieanlagen). Zudem bestehen Meldepflichten bei IT-Sicherheitsvorfällen gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird von der Bundesnetzagentur sowie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überwacht. Die Anforderungen werden bei Bedarf aktualisiert oder erweitert. Die in Deutschland für den Sektor Energie geltenden Anforderungen gehen weit über die verpflichtenden Mindestanforderungen der Europäischen Cybersicherheitsrichtlinie hinaus.


Was passiert, wenn Russland kein Erdgas mehr liefert bzw. weniger Erdgas liefert?

Zurzeit findet die physische Gaslieferung aus Russland nach Deutschland weiter statt, ist allerdings mengenmäßig deutlich eingeschränkt. Weitere Mengenreduzierungen über die verschiedenen Transportwege können aufgrund der Krisensituation nicht ausgeschlossen werden. Ganz ohne russisches Erdgas würde eine Versorgung langfristig nur bei deutlicher Einschränkung des Verbrauchs durch Industrie, Gewerbe und Haushalte möglich sein. Wer in einem solchen Fall wie viel Gas erhält, regelt im Grundsatz § 53 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die konkreten Anordnungen, wie bezüglich verschiedener Kunden(-gruppen) zu verfahren ist, kommen dazu von der Bundesnetzagentur (BNetzA).

Was passiert, wenn doch ein Gasmangel entsteht?

Im Fall eines Gasmangels gibt es eine vielschichtige Vorgehensweise, die in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen geregelt ist. Wir haben in Europa Sicherungsmechanismen, die in einer Engpasssituation greifen. Die Abschaltung einzelner Kunden ist in dieser Sicherheitskette das allerletzte Glied. In jedem Fall sind Haushaltskunden und Einrichtungen wie z. B. Krankenhäuser und Pflegeheime durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt. Sollten bei langfristigen, sehr umfangreichen Lieferausfällen weitere Einschränkungen notwendig sein, entscheiden die Netzbetreiber nach den dann geltenden politischen Vorgaben, wie die zur Verfügung stehende Menge verteilt wird.

Ich bin Gewerbekunde – was kann mir bei einer Gasmangellage passieren?

Sollte die Bundesregierung die dritte Stufe (Notfallstufe) des Gas-Notfallplans ausrufen und so eine Gasmangellage vorliegen, kann es sein, dass einzelne Industrie- und Gewerbeunternehmen abgeschaltet werden. Die Reihenfolge richtet sich nach gesetzlichen Vorgaben, z.B. dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), sowie Anweisungen der Bundesnetzagentur (BNetzA), die als Bundeslastverteiler im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) handelt.

Informationen dazu erhalten betroffene Kunden vom jeweiligen Netzbetreiber.

Wichtig ist: Das Vertragsverhältnis bleibt weiter bestehen. Zahlungen können für die Dauer der Unterbrechung pausiert ausgesetzt werden. Soweit möglich sollte Erdgas dann durch andere Energien ersetzt werden, da es in der Regel keine Angaben zur Dauer der Versorgungsunterbrechung gibt.

Bei Wiederinbetriebnahmen abgeschalteter Erdgasgeräte können vorher technische Überprüfungen notwendig sein. Dazu wird der Netzbetreiber informieren.


Wie funktioniert eigentlich der Energie-Einkauf?

Strom und Erdgas werden seit 2008 an der Energiebörse in Leipzig (EEX = European Energy Exchange) gehandelt. Hintergrund dieser Institution ist die Trennung von Energienetz und Energieverkauf in Europa. Die Energieanbieter stehen seither im freien Wettbewerb zueinander und kaufen die Energie, die sie zur Versorgung ihrer Kunden brauchen, hier ein.

Warum gibt es eine Gasbeschaffungsumlage und was bedeutet sie?

Vom 1. Oktober 2022 an wird Erdgas teurer: Privathaushalte und auch Unternehmen, die Erdgas verbrauchen, müssen eine Gasbeschaffungsumlage von 2,419 Cent netto für jede Kilowattstunde (kWh) zahlen. Das hat die Bundesregierung Anfang August per Verordnung beschlossen. Die Gasbeschaffungsumlage soll bewirken, dass Energieimporteure nicht zahlungsunfähig werden und dadurch die gesamte Erdgasversorgung in Deutschland gefährdet wird.

Die ausbleibenden Gasmengen aus Russland haben die Preise im Gashandel weltweit stark ansteigen lassen. Um ihre Kunden wie vertraglich zugesichert zu beliefern, müssen Gasimporteure für den Ersatz der nicht von Russland gelieferten Menge auf den Energiemärkten Erdgas einkaufen. Dort müssen sie deutlich mehr zahlen als geplant – bis zum Zehnfachen des Vorkrisenniveaus. Diese Kosten können sie bisher aufgrund vertraglicher Vereinbarungen nicht weitergeben. Um Insolvenzen zu vermeiden und die Gaslieferkette in Deutschland aufrecht zu erhalten, werden vom 1. Oktober an 90 Prozent der Mehrbelastung der Importeure per Umlage an alle Letztverbraucher weitergegeben. 10 Prozent ihrer Mehrkosten tragen die Importeure.

Bei einem Jahresverbrauch von z.B. 20.000 kWh können sich allein auf Grund dieser Umlage jährliche Mehrkosten von 576 € ergeben. Es ist geplant, die Gasbeschaffungsumlage bis zum 1. April 2024 zu erheben, wobei sich die Höhe der Umlage in den kommenden Monaten noch verändern kann, sie wird jedes Quartal überprüft.


Warum gibt es die Gasspeicherumlage und was bedeutet sie?

Um für den kommenden Winter vorzusorgen, hat die Bundesregierung alle Betreiber von Gasspeicher-Anlagen in Deutschland dazu verpflichtet, ihre Speicher schrittweise zu füllen. So soll einerseits die Energieversorgung in den kalten Monaten gewährleistet und andererseits heftige Preisausschläge eingedämmt werden. Das neue Gasspeichergesetz gibt entsprechende Füllstände vor, aktuell: 1. Oktober 85 %, 1. November 95 %, 1. Februar 40 %. Um die damit verbundenen Kosten zu decken, hat die Bundesregierung gemäß § 35e Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) eine neue Speicherumlage eingeführt, die ab 1. Oktober 2022 erhoben wird. Die Höhe der Umlage wird erstmalig am 18. August 2022 veröffentlicht und kann sich ebenfalls in den kommenden Monaten noch verändern.


Welche Folgen haben die neuen Umlagen?

Die unmittelbare Folge sind höhere Preise – Haushalte und Unternehmen müssen mehr für ihren Gasverbrauch zahlen, ihre finanzielle Belastung steigt, schon vom 1. Oktober 2022 an. Denn: Jeder Gasversorger bekommt die neuen Umlagen in Rechnung gestellt und muss sie an seine Kund*innen weitergeben. Die Höhe der Umlagen wird regelmäßig geprüft und angepasst – das kann bei späteren Anpassungen dann teurer, aber auch preiswerter werden.

Eine Ablesung des Zählerstands bei Weitergabe der Umlage ist übrigens nicht erforderlich, dieser wird - das hat sich schon mehrfach bewährt - rechnerisch abgegrenzt.


Warum kann kein Ladestrom- bzw. Heizstromvertrag abgeschlossen werden?

Die Angebotserstellung für Ladestrom und Heizstrom ist durchaus aufwendig. Aktuell ändern sich die relevanten Rahmenbedingungen stetig. Aus diesem Grund können wir keine adäquaten Preise anbieten. Daher haben wir uns zunächst auf das Angebot der grundlegenden Tarife fokussiert.

Werden meine Abschläge automatisch an höhere Kosten angepasst?

Deine aktuellen Abschläge orientieren sich an Deinem Verbrauch des Vorjahres. Die Abschlagshöhe wird mit jeder Jahresverbrauchsabrechnung neu angepasst. Solltest du danach eine Preisanpassung erhalten haben, ist diese aktuell nicht berücksichtigt. Eine Anpassung des Abschlags kann dann durchaus sinnvoll sein, um eine eventuell höhere Jahresrechnung zu verhindern. Wenn Du denkst, dass Du derzeit mehr verbrauchst oder die Abschläge nicht ausreichen, kannst Du diese aber auch gern im Onlineservice-Center oder telefonisch anpassen lassen.

Was kann ich tun, um weniger Energie zu verbrauchen?

Mit unseren Tipps bei Strom und Gas sparen


Jede(r) kann mithelfen, dass auch in einer Mangelsituation so viele Menschen und Einrichtungen wie möglich Energie zur Verfügung haben. Dazu lohnt es sich schon jetzt den eigenen Verbrauch zu senken!

Überprüfe dafür z. B. Deine Geräteeinstellungen (Stand-by ausschalten), die Heizungseinstellung (schon eine um 1°C geringere Raumtemperatur pro Haushalt hat in Summe bundesweit einen deutlichen Spareffekt) und wähle Dein Fortbewegungsmittel so energiearm wie möglich.

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